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Fred Sinowatz, erfolgreicher und beliebter Landespolitiker der burgenländischen Sozialdemokraten, wechselt nach dem SPÖ-Wahlsieg vom 10. Oktober 1971 ins Unterrichtsministerium. Er leitet das Ressort bis zum 24. Mai 1983 und ist damit bis heute der längstdienende Unterrichtsminister der zweiten Republik. In seine Amtszeit fallen zahlreiche richtungsweisende Reformen, die den Zugang zur Bildung auch für die sozial schlechter gestellten Bevölkerungsgruppen ermöglicht haben.
Nachdem er von 1981 bis 1983 auch das Amt des Vizekanzlers bekleidet, wird er nach dem Rücktritt von Bruno Kreisky im Mai 1983 Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender.
Das rot-blaue Kabinett Sinowatz sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert.
Allen voran steht eine Konsolidierung des Budgets und eine Verringerung des Defizits, welche durch ein wirtschaftliches Maßnahmenpaket umgesetzt wurde: Durch eine Erhöhung der KFZ-Steuer und des Arbeitslosenbeitrags sowie der Einführung einer Zinsertragssteuer kann der Staatshaushalt saniert werden.
In der Krise um die Besetzung der Hainburger Au sorgt Sinowatz mittels eines Rodungsstopps und der Verkündung des sogenannten „Weihnachtsfriedens“ am 22. Dezember 1984 für eine Entspannung. Letztendlich wird auf den Bau des Kraftwerks verzichtet. Als Ersatz wird das Kraftwerk Freudenau gebaut, welches 1998 in Betrieb geht.
Innenpolitisch hat die Regierung Sinowatz unter anderem mit dem Glykolwein-Skandal und verschuldeten staatlichen Industrien zu kämpfen. Als Folge des Weinskandals bekommt Österreich eines der weltweit strengsten Weingesetze.
Einen wesentlichen Beitrag zur Förderung von Österreich als Forschungs- und Technologiestandort legt das Kabinett Sinowatz, als unter Wissenschaftsminister Heinz Fischer und Staatssekretär Ferdinand Lacina ein Mikroelektronik-Förderungsprogramm beschlossen wird. Dies stellt neben einem deutlichen Fortschritt für die universitären Forschungen auch einen Innovationsschub für die österreichische Wirtschaft dar.
Im aufgrund der thematisierten NS-Vergangenheit von Kurt Waldheim (ÖVP) äußerst emotional geführten Bundespräsidentschaftswahlkampf 1986 muss die SPÖ mit ihrem Kandidaten Kurt Steyrer eine bittere Niederlage hinnehmen. Fred Sinowatz erklärt daraufhin einen Tag später seinen Rücktritt als Bundeskanzler und schlägt Finanzminister Vranitzky als seinen Nachfolger vor. Sinowatz bleibt bis 1988 SPÖ-Vorsitzender.