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Nach dem Ausscheiden von Viktor Klima aus der Politik im Jahr 2000 wird der damalige Bundesgeschäftsführer Alfred Gusenbauer in die Funktion des SPÖ-Parteichefs bestellt.
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Alfred Gusenbauer wird Parteivorsitzender
Sowohl politisch als auch parteiintern sieht sich der neue Parteivorsitzende Alfred Gusenbauer mit großen Herausforderungen konfrontiert. Das Land ist gesellschaftlich gespalten, regelmäßige Demonstrationen gegen die unbeliebte ÖVP-FPÖ-Regierung stehen auf der Tagesordnung.
Einerseits gilt es, das durch die schwarz-blaue Regierung beschädigte internationale Ansehen Österreichs wiederherzustellen, parallel dazu befindet sich die SPÖ in einer angespannten finanziellen Situation.
Es gelingt Alfred Gusenbauer durch einen effizienten Sparkurs die Parteifinanzen zu sanieren. Ebenso tragen seine Vermittlungstätigkeiten mit dazu bei, dass die EU-Sanktionen beigelegt werden.
In der Zeit von 2000 bis 2006 kann die SPÖ den Unmut der Bevölkerung über die schwarz-blaue Regierung für sich nutzen.
Bei 17 Wahlen in Folge konnten, oftmals sogar zweistellige, Zugewinne gefeiert werden.
In den traditionell ÖVP-dominierten Bundesländern Salzburg und der Steiermark können sich die SPÖ-Kandidaten Gabi Burgstaller bzw. Franz Voves im Rennen um Platz Eins im Land durchsetzen.
Die SPÖ stellt erstmals in der Österreichischen Geschichte vier Landeshauptleute.
Anfang 2006 deuten alle Umfragen auf einen deutlichen Sieg der SPÖ hin. Die zu Beginn des Jahres noch sicher scheinende Führung schmilzt jedoch rapide dahin, als der Kriminalfall rund um die Gewerkschaftsbank BAWAG aufgedeckt wird. Die Partei muss sich zahlreichen Vorwürfen stellen. Alfred Gusenbauer reagiert schnell und setzt in einem viel diskutierten Schritt eine deutliche Trennung zwischen ÖGB und SPÖ durch.
Im Frühjahr startet die SPÖ daher aus einer äußerst schwierigen Ausgangsposition in den Wahlkampf für die Nationalratswahlen 2006. In einem engagierten, themenorientierten Wahlkampf kann die SPÖ unter dem Motto "Neue Fairness braucht das Land" mit ihren Konzepten für eine sozialere, gerechtere Politik überzeugen.
Am Wahlabend des 1. Oktobers 2006 geschieht, was einige politische Beobachter nicht für möglich gehalten haben:
Die SPÖ wird wieder stärkste Kraft in Östereich.
Die ÖVP mit Wolfgang Schüssel an der Spitze fährt mit einem Verlust von acht Prozentpunkten eine historische Niederlage ein.
Die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl gestalten sich äußerst schwierig. Aufgrund der Einsetzung von Untersuchungsausschüssen zu Eurofightern und Banken durch das neu gewählte Parlament unterbricht die ÖVP die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit. Erst am 16. November 2006 beschließt die Volkspartei, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nach zähen, zwei Monate dauernden Verhandlungen einigen sich SPÖ und ÖVP auf die Bildung einer großen Koalition. Am 11. Jänner 2007 wird das Kabinett Gusenbauer von Bundespräsident Heinz Fischer angelobt.
Angetreten mit dem wesentlichsten Ziel, die Arbeitslosigkeit zu senken und mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen, kann die Regierung deutliche Erfolge auf diesen Gebieten erzielen.
Erstmals nach den 6 Jahren Schwarz-Blauer Führung konnte die Arbeitslosigkeit wieder gesenkt werden. Nach anderthalb Jahren im Amt kann die Regierung Gusenbauer einen historischen Höchststand an Beschäftigungen in Österreich verzeichnen. Sozialpolitische Meilensteine wie der Mindestlohn, die bedarfsorientierte Mindestsicherung, deutliche Pensionserhöhungen, zahlreiche Verbesserungen für Arbeitnehmer und sozial Schwache lassen spüren, dass das Klima der sozialen Kälte in der Ära Schüssel Stück für Stück abgebaut wird.
Das Regieren gestaltet sich schwierig, da die ÖVP bei vielen Sachfragen dem alten System nachhängt und bei notwendigen Reformen bremsend eingreift oder sich querlegt. Hochrangige Politiker der ÖVP behaupten gar, dass das Wahlergebnis von 2006 ein "Fehler" gewesen sei.
Am 7. Juli 2008 kündigt ÖVP-Vizekanzler Molterer die Regierungszusammenarbeit auf - damit steuert die ÖVP das Land zum dritten Mal nach 1995 und 2002 in vorgezogene Neuwahlen. Die SPÖ geht mit Werner Faymann an der Spitze in die Wahlauseinandersetzung. Alfred Gusenbauer kündigt an, nicht mehr für die Wahl kandidieren zu wollen.